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Panoramabilder mit Lightroom und Photoshop erstellen. In diesem Artikel zeige ich wie man mit Lightroom CC und Photoshop tolle Panoramabilder erstellen kann.

Panoramabilder mit Lightroom CC und Photoshop erstellen

Panoramabilder eignen sich besonders gut, um Landschaften in Szene zu setzen. Heute möchte ich euch zeigen, wie man Panoramabilder erstellt und was beim Fotografieren und der Bearbeitung zu beachten ist. Dabei werde ich besonders auf die neue Panoramafunktion von Lightroom CC eingehen.

Bei der Erstellung von Panoramen macht man mehrere Fotos, die dann von einer Software zu einem großen Panoramabild zusammengefügt werden. Damit diese Panoramabilder wirklich gut werden, muss man das richtige Equipment verwenden, die Kamera sinnvoll einstellen und die Bilder auf eine ganz bestimmte Art und Weise machen. Mit etwas Übung steht dann einem tollen Panoramabild nichts mehr im Wege.

In den von mir erstellten Panoramen ist der Vordergrund nicht zu nahe an der Kamera. Das ist wichtig, da ich ein Stativ mit einem „normalen“ Stativkopf verwende. Manchmal mache ich die Aufnahmen sogar „freihändig“, das ist zwar nicht optimal, ich habe aber nicht immer ein Stativ mit dabei und möchte trotzdem Panoramabilder erstellen. Mit der richtigen Kamera und den richtigen Einstellungen geht das auch sehr gut, wie ihr an den Fotos in meinem Portfolio sehen könnt.

Wenn ihr Panoramen erstellen wollt, bei denen der Vordergrund sehr nahe bei der Kamera ist, benötigt ihr einen Stativkopf mit Nodalpunktadapter. Das ist ein komplexer Stativkopf, der dafür sorgt, dass sich die Kamera um einen ganz bestimmten Punkt, den Nodalpunkt dreht.

Welches Equipment benötigt ihr für Panoramabilder?

Damit Panoramabilder gelingen, ist es wichtig schon bei der Aufnahme einige wesentliche Punkte zu beachten. Nur so kann später bei der Bearbeitung mit Lightroom, Photoshop oder einer anderen für die Erstellung von Panoramen geeigneten Software (z.B. AutoStitch, Hugin oder PTGui) wirklich ein gutes Ergebnis herauskommen.

Kamera

Ihr solltet für die Erstellung von Panoramafotos eine Kamera verwenden, bei der ihr die Belichtung, Blende und ISO manuell einstellen könnt. Das ist wichtig, damit die Bilder alle gleich belichtet werden und somit von der Software gut miteinander verbunden (man sagt auch „gesticht“) werden können. Darüber hinaus gibt es keine speziellen Anforderungen an die Kamera.

Stativ und Stativkopf

Wenn ihr, wie ich, einfache Panoramafotos machen wollt, ist ein normales Stativ ausreichend. Der Stativkopf sollte aber zumindest eine Panoramafunktion haben, d.h. man sollte ihn waagrecht drehen können, ohne die anderen Freiheitsgrade zu verändern. Falls ihr einen Stativkopf mit Kugelkopf habt, sollte er sich um die z-Achse drehen können, damit ihr den Kugelkopf nicht öffnen müsst. Einen Nodalpunktadaper benötigt ihr für diese Art der Panoramafotografie nicht, falls ihr schon einen habt, schadet er aber natürlich auch nicht.

Wasserwaage

Wenn ihr die Kamera waagerecht ausrichtet, erleichtert ihr der Software die Verarbeitung der Bilder. Viele Kameras haben schon eine elektronische Wasserwaage eingebaut. Falls das bei eurer Kamera noch nicht der Fall sein sollte, ist das aber auch kein Problem, ihr könnt euch für wenig Geld eine Wasserwaage kaufen, die ihr auf den Blitzschuh der Kamera steckt. Damit kann man die Kamera auch einfach horizontal ausrichten und so Verzerrungen vermeiden.

Fernauslöser

Um beim Auslösen der Kamera ein Verwackeln zu vermeiden, empfehle ich Euch einen Fernauslöser. Er ist insbesondere sinnvoll, wenn ihr längere Belichtungszeiten wählt, da ihr z.B. in der Dämmerung fotografieren wollt. Falls ihr keinen Fernauslöser habt, gibt es hier auch eine einfache Lösung, stellt einfach den Selbstauslöser der Kamera auf 2 Sekunden und fotografiert damit.

Was ist beim Fotografieren von Panoramen zu beachten?

Bei der Aufnahme muss man die richtige Belichtung wählen und mehrere Fotos machen, die sich überlappen. Was im Detail zu beachten ist, erfahrt ihr im Folgenden.

Belichtung

Die Software, die ihr verwendet, um Panoramabilder zu erstellen, erwartet, dass die Bilder alle gleich belichtet worden sind. Falls das nicht der Fall sein sollte, erhaltet ihr unsaubere Übergänge zwischen den einzelnen Fotos.

Ihr solltet daher im ersten Schritt die Belichtung des gesamten Panoramabildes vermessen. Das macht ihr am einfachsten, indem ihr eure Kamera auf AV (Blendenvorwahl) einstellt und bei konstantem ISO beobachtet, welche Belichtungszeit euch die Kamera vorschlägt. Im zweiten Schritt stellt ihr die Kamera auf M (Manuell) und stellt als Belichtung einen mittleren Wert ein. Die Blende und ISO bleiben so wie vorher gewählt. Jetzt könnt ihr noch einmal prüfen, ob keine Stelle des Bildes zu stark über- oder unterbelichtet ist. Falls das doch der Fall sein sollte, korrigiert ihr die Belichtung noch einmal, bis ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid. Falls das nicht möglich sein sollte, müsst ihr den Bildausschnitt verändern oder eine Belichtungsreihe erstellen.

Überlappen der Bilder

Im nächsten Schritt macht ihr die Bilder. Dabei ist zu beachten, dass sich die einzelnen Bilder überlappen müssen. Idealerweise überlappen sich die Bilder zu 20 bis 30%.

Es ist nicht unbedingt notwendig, viele Bilder zu machen. Manchmal mache ich Panoramaaufnahmen mit nur zwei Bildern. Wichtig ist, dass sich die Bilder überlappen, da die Software sonst nicht die entsprechenden Berechnungen durchführen kann.

Als Ergebnis erhält man mehre Bilder, die im nächsten Schritt mit Lightroom zu einem Panoramabild zusammengefügt werden können.

Bilder 1 bis 5: Original RAW Aufnahmen; Canon EOS 600 D bei 30 mm, 1/200s bei f/10

Erstellen des Panoramabildes

Da meine Panoramabilder meist Landschaftsaufnahmen sind, füge ich die Bilder entweder ein Lightroom CC oder in Photoshop zu einem Panorama zusammen. Lightroom hat den Vorteil, dass hier das Panorama auch als DNG, d.h. RAW File, abgespeichert werden kann, sofern die Originale im DNG Format vorliegen. Man kann aber genauso die Funktion in Photoshop verwenden, wenn man vor hat, das Bild nachher in Photoshop weiter zu bearbeiten.

Entwickeln eines Referenzbildes

Zuerst entwickelt man eines der Bilder einer Panoramaserie in Lightroom. Danach synchronisiert man die anderen Bilder mit diesem Foto, um die gleichen Entwicklungseinstellungen zu erhalten. Da Lightroom ein DNG File erzeugt, könnte man diesen Schritt auch überspringen und die Entwicklung erst am fertigen Panorama vornehmen.

Bild 6: Entwicklung des RAW Files und Synchronisation der anderen Fotos

Panoramabild erstellen

Nachdem die Fotos synchronisiert sind, erstellt man mit Strg+M in Lightroom das Panorama. Hier gibt es nur wenige Parameter, die man beeinflussen kann. Ich überlasse Lightroom die Auswahl der Projektionsmethode, lasse aber nicht automatisch freistellen, da ich bei diesem Bild Himmel und Meer später noch ergänzen möchte.

Bild 7: Panorama Entwicklung in Lightroom CC oder Lightroom 6

Lightroom arbeitet hier schneller als Photoshop, da im ersten Schritt „nur“ die JPEG Vorschau-Files für die Vorschau zusammengefügt werden. Erst wenn man auf „Zusammenfügen“ klickt, wird das eigentliche Panorama im Hintergrund berechnet. Während Lightroom an diesem Bild arbeitet, kann man sich schon um die nächten Fotos kümmern. Wirklich eine tolle Arbeitserleichterung. Sobald das Bild fertig ist, findet man es als DNG File im Katalog.

Bearbeitung in Photoshop

Jetzt wird das Bild noch weiter in Photoshop bearbeitet. Sofern ihr das Panorama nicht groß drucken wollt, könnt ihr zuerst die Bildgröße anpassen. Das Panorama hat in meinem Fall 46 Megapixel, was für meine Homepage sicher nicht notwendig ist. Ich reduziere es daher auf ein Format mit 2.500 x 700 Pixel (= ca. 1,7 Megapixel). Damit gehen die nächsten Schritte deutlich schneller und das Bild ist immer noch auf den meisten Monitoren sehr gut darzustellen.

Falls notwendig richte ich das Bild noch mit Filter > Adaptive Weitwinkelkorrektur aus und sorge dafür, dass Linien die in Wirklichkeit horizontal oder vertikal sind, auch im Bild dementsprechend verlaufen. Bei diesem Bild waren hier nur geringe Korrekturen notwendig.

Bild 8: Adaptive Weitwinkelkorrektur

Den Himmel und das Meer fülle ich jetzt an den leeren Stellen auf, indem ich mit dem Zauberstab-Werkzeug die leeren Flächen markiere. Sie danach mit Auswahl > Auswahl verbessern > Auswahl erweitern um 7 Pixel erweitere und danach diese Auswahl mit Bearbeiten > Fläche füllen mit einer „Inhaltsbasierten“ Farbe fülle. Dort wo das Ergebnis nicht meinen Ansprüchen genügt, verbessere ich es noch mit dem Kopierstempel.

 

Bild 9: Zwischenstand nachdem der Horizont gerade gerichtet und Himmel und Meer ergänzt wurden.

Jetzt wird noch mit Nik Pro Contrast der lokale Kontrast etwas erhöht, eine Vignette hinzugefügt und das Bild für die Ausgabe geschärft.

Das finale Panoramabild wurde noch mit Nik ProContrast verbessert, eine Vignettierung wurde hinzugefügt und das Bild wurde für die Ausgabe am Bildschirm geschärft.

Bild 10: Das finale Panoramabild wurde noch mit Filtern bearbeitet und für die Ausgabe am Monitor geschärft. (Auf das Bild klicken, um es in der Lightbox zu sehen)

Bildausgabe

Das Bild ist jetzt fertig für eine Ausgabe auf einem Monitor oder für das Internet. Wenn ihr es drucken wollt, solltet ihr natürlich nicht die Auflösung verkleinern. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass ihr beim finalen Schärfen für einen Druck die Schärfe an die gewünschte Größe angepasst wird. Hier gibt es bei Lightroom nur die Vorgaben „Niedrig“, „Standard“ oder „Hoch“ mit den Optionen „Matt“ oder „Glänzend“. Hier hilft meist nur Probieren.

Ihr könnt jetzt das Bild zuhause drucken oder auch von einem Fachlabor drucken lassen. Neben den üblichen Methoden wie Druck auf Acrylglass etc. ist es vielleicht auch interessant, ein Panorama als „Werbebanner“ drucken zu lassen. Das ist auch bei großen Größen nicht sehr teuer (z.B. 58 EUR für 2 m x 1 m bei cewe-print).

Oliver Haller

Oliver ist Reisefotograf und Experte für Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop. Auf seiner Homepage photomonda findest Du Reisebeschreibungen und online Tutorials zu Lightroom und Photoshop.

15 thoughts to “Panoramabilder mit Lightroom CC und Photoshop erstellen”

  1. Wie bislang alle Deine Beschreibungen, ist auch dieser Betrag erneut substanziell, und für mich wert ausgedruckt zu werden.

    Danke dafür, und Gruß aus Berlin
    Christian

  2. Hallo Christian,

    ich hab bei Lightroom oft das Problem, dass die gestitchten Übergänge der einzelnen Bilder im Panorama z.T. deutlich zu sehen sind. Kennst du das Problem auch? Hast du eine Lösung dafür?

    Grüße Andreas

  3. Hallo Oliver,
    beim Lesen ist mir aufgefallen, wo Do den Nik Pro Contrast erwaehnst. Nach googlen bin ich nicht eindeutig schlau… Daher meine Frage: Sind damit die Filter in der Nik Collection gemeint?
    Fuer eine Antwort wuerde ich mich sehr freuen
    Jan

  4. Sehr schön beschrieben! Bin noch nicht auf die Idee gekommen ein Panorama mit Lightroom zu stitchen. habe dafür immer meine (betagte) Version von PTGUI benutzt. Muss ich direkt mal ausprobieren!

  5. Hallo Oliver
    Ein sehr lesenswerter Beitrag, hat mir Spass gemacht zu lesen, da sowie informativ und unterhaltsam geschrieben. Du verstehst es zu faszinieren mit deinen Beiträgen und das Foto ist natürlich auch absolut eindrücklich und wie immer sehr professionell.
    Freundliche Grüsse J.S

  6. Es ist nicht oft vorzufinden das Beiträge wie dieser sowohl Freude beim lesen bereiten und gleichzeitig sehr nützlich sind für jemanden der sich ernsthaft mit Fotografie beschäftigt! Ich hoffe es gibt mehr davon und du weiterhin mit diesem Engagement bei der Sache sein bleibst 🙂 Besten Dank dafür!
    Lieber Gruss Sen

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