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Erstellung von Fotobüchern mit Lightroom 5

Photo & Video Sharing by SmugMug

Fotobücher sind ideale Weihnachtsgeschenke. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr sich meine Verwandtschaft freut, wenn sie einmal Fotos nicht nur am Computer, sondern wie früher als „Fotoalbum“ zu sehen bekommt. Adobe Lightroom bietet mit dem Modul „Buch“ die Möglichkeit, direkt aus Lightroom heraus Fotobücher zu erstellen und drucken zu lassen. In diesem Artikel beschreibe ich den Workflow und meine Erfahrungen mit der Erstellung und dem Druck von Fotobüchern über diesen Weg. Neben den Vor- und Nachteilen findet Ihr auch einen Preisvergleich mit wichtigen Konkurrenten (CEWE und Pixum).

Mein Workflow für Fotobücher mit Lightroom 5

Vorab, die Erstellung von Fotobüchern mit Lightroom hat einen entscheidenden Vorteil, man kann ohne großen Aufwand zwischen dem Entwicklungsmodul und dem Buchmodul hin und her springen. Daher ist es möglich Fotos zu bearbeiten, auch wenn man das Fotobuch schon begonnen hat. Ein nachträgliches Abspeichern und Neuimportieren, wie bei anderen Fotobuchapps, ist daher nicht notwendig.

Schritt 1: Editieren der Fotos

Jeder, der schon einmal ein Fotobuch gemacht hat, kennt das Problem. Über das Jahr oder den Urlaub haben sich Hunderte wenn nicht Tausende Fotos angesammelt. Am liebsten würden wir alle mit ins Fotobuch aufnehmen, aber weniger ist mehr. Ich rate Euch Eure Fotos radikal auszusortieren. Hier Schritt für Schritt, wie Ihr am besten vorgeht:

  1. Alle Fotos löschen, die unscharf oder hoffnungslos falsch belichtet sind
  2. Sucht alle Fotos heraus, die Euch gefallen und als Summe eine Geschichte erzählen
  3. Von den übergebliebenen, entfernt alle, die doppelt sind, also dasselbe Bild, dieselbe Story erzählen. Dabei behaltet natürlich immer die Besseren
  4. Überlegt Euch, wie viele Fotos ihr maximal ins Fotobuch aufnehmen wollt. Wie dick, teuer soll es werden? Ich empfehle Euch nicht mehr als 2-3 Fotos pro Seite als Berechnungsbasis. Reduziert die Anzahl der Fotos auf diese Menge
  5. Von den verbleibenden, streicht noch einmal 10% heraus
  6. Holt Euren Partner, Freund… und lasst ihn noch zusätzliche 10% streichen
  7. Jetzt habt ihr die Fotos, die ihr wirklich verwenden solltet. Diese legt im Bibliotheksmodul in einer eigenen Sammlung ab

Schritt 2: Erstellen des Fotobuches

Jetzt geht Ihr zum Buchmodul. Adobe arbeitet hier mit Blurb, einem Spezialisten für Fotobücher zusammen.  Eine Bestellung ist nur über diesen Anbieter möglich. Andre Anbieter wie CEWE, Pixum etc. können nicht innerhalb von Lightroom verwendet werden. Für sie müsst Ihr die gewünschten Fotos exportieren und dann in die entsprechende Software des Fotobuchherstellers importieren.

Unter Bucheinstellungen könnt Ihr festlegen, was für ein Fotobuch ihr eigentlich machen wollt. Ihr könnt hier sowohl die Größe, den Einband und den Papiertyp festlegen. Lightroom nennt Euch dann auch gleich den Preis für so ein Fotobuch. Der Preis lässt sich noch etwas reduzieren, wenn ihr auf der letzten Seite Werbung durch ein kleines Logo von Blurb akzeptiert.

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Bild 1: Übersicht Buchmodul von Lightroom 5

Wenn ihr wollt, könnt Ihr Euch jetzt mit Auto-Layout einen Vorschlag erstellen lassen. Meiner Meinung bietet diese Funktion aber eher wenig Flexibilität, da ihr vorab festlegen müsst, wie viele Fotos ihr auf jede der rechten oder linken Seiten haben möchtet.

Ich gehe hier etwas anders vor. Als ersten Schritt erzeuge ich die Anzahl Seiten, die ich mir für das Fotobuch vorgenommen habe, indem ich  unter „Seite > Seite hinzufügen“ die entsprechenden Seiten erzeuge.

Danach gehe ich Schritt für Schritt zu jeder Seite. Ich lege fest wie das Layout aussehen soll, indem ich in der Druckbogenansicht rechts unten auf die kleine Schaltfläche klicke. Es geht ein Fenster auf, in dem man festlegen kann, wie viele Fotos man auf der Seite zeigen möchte. Nachdem man sich für die Anzahl der Fotos entschieden hat, kann man aus einer Liste von vorgegebenen Layouts wählen. Die Möglichkeit eine Seite ganz frei zu gestalten, gibt es bei Lightroom nicht.

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Bild 2: Auswahl des Seitenlayouts

Nach diesem Schritt fülle ich die gewünschten Fotos in die Seite, indem ich sie mit der Maus auf die Seite ziehe. So mache ich das Seite für Seite. Falls am Ende noch Fotos überbleiben oder fehlen, kann man die Anzahl der Seiten, wie vorhin beschrieben, anpassen oder auch die Seiten in der „Mehrseitigen Ansicht“ verschieben.

Um das Design zu vollenden, entscheide ich mich noch für eine Hintergrundfarbe. Dafür öffne ich „Hintergrund“, klicke auf „Hintergrund global anwenden“ und setze dort ein Häkchen. Dann setzte ich auch noch einen Hacken neben „Hintergrundfarbe“ und suche mir die Farbe aus, die mir für dieses Fotobuch am besten gefällt. Oft nehme ich hier dunkle Grautöne, da sie sehr edel aussehen und neutral bei Farbfotos wirken.

Als letzten Schritt für die Erstellung schreibe ich noch alle Texte und formatiere sie in „Schriftart“. Spielt einfach einmal mit all den Reglern, die es dort gibt. Die meisten sind selbsterklärend.

Schritt 3: Speichern und bestellen des Fotobuches

Mit einem Klick auf „Buch erstellen und speichern“ rechts oben wird das Buch unter der entsprechenden Sammlung gespeichert. Jetzt kann es mit „Buch an Blurb senden… „ bestellt werden. Hier öffnet sich eine Internetseite, die einem durch einen ganz normalen Bestellprozess führt.

Jetzt sieht man einen weiteren Vorteil von Blurb, man kann das Fotobuch freigeben und bei Blurb oder bei Amazon als Buch verkaufen. Es gibt Rabatte für größere Bestellmengen.

Lieferung und Qualität des Druckes

Ich hatte von Blurb ein Fotobuch mit Papier aus „Premium Glanz“ bestellt. Die Lieferung erfolgte innerhalb von 5 Werktagen, also schneller als auf der Homepage angekündigt. Die Qualität des Druckes ist sehr gut. Ich bin damit sehr zufrieden. Sie kann auf jeden Fall mit anderen Anbietern mithalten.

Kostenvergleich

Als Basis für den Kostenvergleich habe ich ein 30 x 30 cm Hardcover Fotobuch mit 42 Seiten verwendet. Hier die Übersicht

Blurb CEWE Pixum
50,03 EUR (Standard) 32,15 EUR (Standard) 65,99 EUR (Premium glänzend)
57,33 EUR (Premium glänzend) 40,75 EUR (Fotodruck glänzend) 79,99 EUR (Fotopapier glänzend)
42,75 EUR (Fotopapier glänzend)

Zusammenfassung

Die wesentlichen Vorteile von Lightroom sind, die Integration der Fotobucherstellung in den gesamten Workflow und die Möglichkeit das Fotobuch zu veröffentlichen und damit auch anderen zugänglich zu machen.

Als kleinen Nachteil empfand ich, dass man den Anbieter nicht wechseln kann und dass das Layout nicht beliebig frei gestaltbar ist. Beide Punkte sind aber nicht gravierend, da Blurb wohl ein guter Partner ist und die Preise sich im Mittelfeld der Anbieter bewegen.

Wenn es um die Kosten geht, würde ich beim nächsten Mal wieder CEWE, den Marktführer, wählen. Bei einer Hochzeit, fand ich die Funktion zur Veröffentlichung aber auch sehr praktisch, da sich so jeder, der interessiert war das Fotobuch, selber kaufen konnte.

Oliver Haller

Oliver ist Reisefotograf und Experte für Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop. Auf seiner Homepage photomonda findest Du Reisebeschreibungen und online Tutorials zu Lightroom und Photoshop.

2 Gedanken zu „Erstellung von Fotobüchern mit Lightroom 5

  1. Hallo, danke für die gute Beschreibung des Fotobuch-Prozesses mit LR. Vorteil hier ist: man muß es nur einmal lernen und braucht sich nicht mit der Software der verschiedenen Anbieter zu befassen. Ich habe auch schon bei Blurb bestellt und war recht zufrieden. Mich interessiert aber auch Saal Digital wegen seines guten Rufs, aber auch andere deutsche Anbieter, zu denen ich die mit LR erzeugte PDF- oder JPG-Dateien hochladen müßte. Allerdings finde ich es schwierig, mich mit deren Anforderungen (abweichende Größe der Bücher, Beschnitt, etc.) vertraut zu machen. Weiteres Problem: meine LR-Sammlung mit den Fotobuch-Bildern erscheint nicht auf der Festplatte. Dort sehe ich nur Katalog-Dateien. Muß ich also erst einen Ordner im Katalog erstellen und die Fotobuch-Sammlung dorthin kopieren? Dies als Anregung für eine Ergänzung des Workflows. VG, M. Legeland

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