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Farbmanagement für den Druck

Farbmanagement für den Druck

Farbmanagement bei der Bildbearbeitung und im Druck

Der Zeitpunkt, sich mit dem Thema Farbmanagement ist spätestens dann gekommen, wenn man seine Bilder nicht nur digital schießen, sondern auch bearbeiten und anschließend drucken möchte. Denn dann wird man plötzlich konfrontiert mit RGB (Rot, Grün, Blau) und CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Black) Farbräumen. Für Unwissende nichts weiter als eine scheinbar wahllose Zusammensetzung von Konsonanten, dahinter jedoch verbirgt sich der Schlüssel zur gekonnter Bildbearbeitung und brillanter Übersetzung auf Zweitmedien. Warum es Kenntnisse um diese Zwei Farbräume bedarf, wenn es um die Bildbearbeitung und den Druck von Grafiken und Bildern geht? Weil diese beiden Farbräume jeweils geräteabhängig sind und einer einheitlichen Definierung und Kalibrierung bedürfen.

Kalibrierung und Farbraumbestimmung

Am Bildschirm lässt sich während des Bearbeitens nicht exakt erkennen, wie das farbliche Ergebnis am Ende tatsächlich genau aussehen wird. Dennoch kann der Monitor so kalibriert werden, dass die Darstellung in etwa dem entspricht, was der Druck letztlich produziert – sowohl am heimischen Drucker als auch in der Onlinedruckerei. Der Farbraum wird mit einem sogenannten Colorimeter am Monitor bestimmt, der die dargestellten Farben bestimmt und anschießend abspeichert. Ganz günstig sind diese Geräte mit einem Preis ab 100 Euro allerdings nicht und lohnen vor allem dann, wenn man wirklich viel mit Bildbearbeitungsprogrammen und Drucken arbeitet. Kalibriert man den Monitor allerdings nicht, kann es zu starken Abweichungen zwischen Monitor und Druckergebnis kommen. Die Onlinedruckerei viaprinto.de hat in Zusammenarbeit mit der Autorin und Kommunikationsexpertin Charlotte Erdmann einen Wissensband zum Thema Farbgestaltung herausgebracht, der bei der Erstellung von farbigen Drucksachen sehr hilfreich ist. In dem 13 Kapitel umfassendem Heft wird unter anderem erklärt, wie das Auge Farben tatsächlich wahrnimmt und was es mit den unterschiedlichen Farbräumen en detail auf sich hat.

Potenziale nutzen

Aber nicht erst beim Druck kommt es aufs Farbmanagement an, schon beim Fotografieren sollte es berücksichtigt werden. Wer im JPEG-Format fotografiert, sollte auf Farbraum und Weißabgleich achten, denn die Farbtiefe liegt hier bei nur 8 Bit. Das bedeutet, es gibt 256 Abstufungen je Farbkanal – weniger als etwa im RAW-Format. Das kann sich in der Qualität bei der Bildbearbeitung und Umwandlung der Farbprofile negativ bemerkbar machen. Mit Professionellen Digitalkameras kann eine höhere Abstufung aufgenommen werden, ein potenzial, welches nicht ungenutzt bleiben sollte. Die meisten Digitalkameras stellen übrigens zwei Farbräume zur Verfügung: sRGB und AdobeRGB. Letzterer ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn bei der Bildbearbeitung und im Druck Strukturen und Farbnuancen erkennbar sein sollen, die im kleineren sRGB-Farbraum zu homogenen Farbfeldern reduziert werden.

Doch trotz Kalibrierung und Kenntnisse des Farbmanagements kann das Bild von der Darstellung am Monitor abweichen. Letztlich sind die Unterschiede zwischen digitaler Vorlage und gedrucktem Ergebnis aber meist so geringfügig, dass sie niemandem wirklich unangenehm auffallen. Wer dennoch Wert auf eine akkurate Farbwiedergabe legt, sollte einen Colorimeter nutzen.

Oliver Haller

Oliver ist Reisefotograf und Experte für Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop. Auf seiner Homepage photomonda findest Du Reisebeschreibungen und online Tutorials zu Lightroom und Photoshop.

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